Make Hummus Not Walls

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Freitag, 25. Oktober 2013

Die ganze Welt ist eine Straße oder: (Sprachen-)Vielfalt in Israel

Israel ist – und das ist kein Geheimnis – ein Land, in dem Menschen aus aller Welt leben. In Israels Kultur, Küche und Architektur spiegeln sich verschiedenste Einflüsse wider. Hebräisch ist ganz klar die am häufigsten gesprochene Sprachen, gefolgt vom Arabischen, aber auch viele europäische Sprachen, insbesondere Russisch und Französisch, werden noch – meist neben dem Hebräischen – in den Familien gesprochen. Immerhin 1 Million (von insgesamt 7,8 Million) der Israelis haben Russische Vorfahren. Es ist schon mehrfach vorgekommen, dass Fremde, zu denen ich gesagt habe, dass ich kein Hebräisch kann, einfach auf Russisch weitergesprochen haben.

Anders ist es in Ra’anana: es erhielt zur Zeit seiner Gründung nicht ohne Grund den Spitznamen Americaya; Einwanderer aus den USA machten und machen einen Großteil der Bevölkerung aus.  Ebenfalls sehr präsent ist das Französische, erkennbar beispielsweise an Wahlplakaten auf Französisch.

Vor ein paar Woche sollte ich mit einer anderen Guide mit dem Taxi nach Hadassim fahren, um dort die Friends in den Bus zu setzten und mit ihnen zusammen zurück nach Beit Perry zu fahren. Die Guide, eine Äthiopierin, kann nur ziemlich schlecht Englisch. Der Taxifahrer – interessiert daran, was ich denn hier als Deutsche in Israel mache - wollte sich unbedingt mit mir unterhalten. Es war anstrengend bis nervig, weil er selber nur Hebräisch sprach und auch die Guide mit ihrem schlechten Englisch nur schwer übersetzten konnte. Nach einiger Zeit unterhielten sich die beiden auf Hebräisch und ich meinte herauszuhören, dass er von seinem Sohn erzählte, der in Italien und Frankreich studiert. In einem wirklich sehr (!) schlechten Hebräisch („Du Sohn sprechen Frankreich?“) fragte ich ihn, ob denn sein Sohn Französisch spricht. „Na klar,“ sagt der Taxifahrer, „in meiner Familie sprechen alle Französisch.“ Große Erleichterung, denn endlich konnten wir so etwas wie ein richtiges Gespräch führen – auf Französisch. Die Frau des Taxifahrers kam aus Marokko, durch sie hatten er und auch die gemeinsamen Kinder Französisch gelernt. Der ältere Sohn hatte in Paris und Rom studiert, der jüngere in Berlin, war allerdings mit einer Schweizerin verheiratet. Damit nicht genug: der Taxifahrer selber kam aus Spanien, dementsprechend wurde in der Familie Hebräisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Deutsch gesprochen. Bemerkenswert vor allem, wenn man bedenkt, dass der Fahrer an sich ein einfacher Mann ist. Wirklich spannend, in einem Land (vorrübergehend) zu leben, in dem die Menschen stolz auf ihre gemeinsame Kultur und Sprache, das Hebräisch, sind, aber gleichzeitig an ihren Wurzeln hängen und Kontakte in die gesamte Welt pflegen!


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