erst einmal ein Nachtrag zum letzten Post: wenige Stunden,
nachdem ich ihn veröffentlicht und meinen Überdruss gegen Purim geäußert hatte,
beschloss unser House Manager, mit den Friends doch zu der Purim-Parade in
Ra’anana zu gehen. Es war allerdings erträglich, schließlich hatte anscheinend
ganz Ra’anana genug von Purim und nur die wenigsten waren verkleidet.
| Aviva und ich in Tel Aviv |
Die wegen schlechten Wetters um
eine Woche verlegte Street Party in Tel Aviv war allerdings längst nicht so
exzessiv, wie man jetzt vielleicht denken würde. Sie fand auf einer großen
Grünfläche mitten in der City statt. Familien mit Kindern und Jugendliche
unseres Alters waren gleichermaßen verkleidet, um die Wiese herum gab es
Stände, an denen man Zuckerwatte und Getränke kaufen konnte. Insgesamt
herrschte also eine Kirmes-ähnliche Atmosphäre. In der Mitte des Platzes gab es
ein riesiges Pult, an dem Musik aufgelegt wurde, die sicherlich in ganz Tel
Aviv zu hören war.
Eines der beliebtesten Kostüme war
übrigens das eines Ultraorthodoxen: viele Leute trugen schwarze Mäntel und eine
Kippa mit daran befestigten synthetischen Schläfenlöckchen. Die Verkleidung sah
so überzeugend aus, dass ich mich am Anfang wunderte, warum dermaßen viele
Ultraorthodoxe plötzlich durch Tel Aviv liefen….
| Teiche von Behtesda |
In der Jerusalemer Altstadt war ich nun wirklich nicht das
erste Mal, allerdings war die Besichtigung zusammen mit meiner Tante vor über
drei Wochen auch für mich sehr interessant, weil sie von Geschichte,
Architektur und Kunst deutlich mehr Ahnung hat als ich und meine lieben
Volontärs-Freunde.
Außerdem gibt es in der Altstadt – und dass, obwohl sie nur
einen Quadratkilometer groß ist – auch für mich noch so einiges zu entdecken:
neu waren für mich zum Beispiel das St Anna-Kloster , an dessen Standort das
Haus der Eltern Marias gestanden haben soll und die daneben liegenden
Ausgrabungen an den Teichen von Bethesda. Hier hat Jesus am Shabbat wohl einen
Gelähmten geheilt.
| Übergang vom Muslimischen zum Jüdischen Viertel; Souq in der Altstadt; Maria-Magdalenen-Kirche |
Ein paar Meter weiter liegt ein muslimischer Friedhof, von dem aus man einen christlichen und einen jüdischen Friedhof überblickt. Typisch
Jerusalem!

| Oben: Muslimischer Friedhof mit Blick auf Christlichen und Jüdischen Friedhof sowie auf Maria- Magdalenen-Kirche undKirche der Nationen; rechts: Palast Serai el Sitt Tunshuq im Muslimischen Viertel |
