Make Hummus Not Walls

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Dienstag, 1. Oktober 2013

Die große Orange oder: Eine Stadt mit vielen Gesichtern




Blick auf Tel Aviv von Yafo
Shalom, chaverim!


Tel Aviv für uns innerhalb einer Stunde mit dem Bus gut erreichbar ist, nutzen Judith und ich jeden freien Tag, um hierher zu kommen. Auch wenn Tel Aviv mit weniger als einer halben Million Einwohner nicht besonders groß und wir schon ziemlich oft dort waren, haben wir dennoch das Gefühl, noch nicht viel von der Stadt zu kennen; jedes Mal sieht man – ob per Zufall oder vom Reiseführer angeleitet – ein neues „Gesicht“ dieser Stadt, das einen beeindrucken oder auch einfach schockieren kann.



Yafo bei Nacht
Bestes Beispiel ist Yafo: während das arabisch-orientalisch geprägte Old Yafo mit zahlreichen Kirchen, Moscheen und Synagogen an ein Freilichtmuseum erinnert, ist der restliche Teil ziemlich hässlich und heruntergekommen, (vorrübergehender) Wohnort für zahlreiche Flüchtlinge, vor allem aus Eritrea und dem Sudan. Aber auch im Stadtzentrum Tel Avivs, das, was Wohnraum und Lebenshaltungskosten betrifft, eine der teuersten Städte der Welt ist, stößt man immer wieder auf heruntergekommene und völlig verwahrloste Häuser. Dementsprechend werden auch einige der insgesamt 4000 Häuser im Bauhausstil behandelt: ohne Sinn und Verstand werden Klimaanlagen an die Außenwände gehangen oder ein weiteres völlig stilloses Stockwerk aufgesetzt. Die wenigen gut erhaltenen Häuser entschädigen einen allerdings!

Übrigens, Tel Aviv wird häufig als Big Orange bezeichnet, da sein Nachtleben wohl mit dem New Yorks vergleichbar ist. An wohl keinem Ort in Israel wird der Shabbat (an dem an sich Läden geschlossen haben und keine Busse mehr fahren) so konsequent ignoriert wie hier.

Anstatt von jedem der bisherigen Besuchen einzeln zu erzählen, habe ich beschlossen, eine Art Top Ten-Liste zu erstellen um zu zeigen, warum die Stadt so faszinierend ist.

Beit Ha'ir am Bialik Square

1)  Bei einem unserer ersten Besuche in Tel Aviv sind  Judith und ich eher zufällig (unser mangelnder Orientierungssinn hat sich hier als Vorteil erwiesen) auf das Beit Ha‘ir Museum auf dem Bialik Square gestoßen. Der Platz, auf dem sich auch das Bauhaus Museum und das Bialik Museum (zu Ehren des israelischen Nationaldichters Chaim Bialik) befinden, wurde zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Das Museum befindet sich im ehemaligen Rathaus Tel Avivs und bietet sowohl eine anschauliche Ausstellung über die Geschichte der Doppelstadt als auch immer wieder moderne, wechselnde Ausstellungen. Besonders schön ist die Dachterrasse, die zwar sicherlich nicht der höchste Punkt Tel Avivs ist und daher den Besuch einer der Aussichtspunkte nicht ersetzt, von der man aber dennoch einen guten Rundumblick hat. Im Schatten der Sonnenschirme kann man wunderbar seinen mitgebrachten Couscous-Salat essen ;)

2)  Ein absolutes Muss ist ein Spaziergang entlang der Strandpromenade. Wer die nötige Ausdauer hat, kann schon in Yafo losgehen, oder aber einfach etwas weiter nördlich beispielsweise ab dem Sheraton Hotel. Es empfiehlt sich, bis in den Norden durchzulaufen. Dort befindet sich der Old Port, der sich vor allem durch sein Nachtleben auszeichnet. Allerdings ist er ziemlich touristisch und die Israelis bevorzugen Clubs und Pubs im Zentrum Tel Avivs.

3)  Der schönste Strand ist unserer Meinung nach der Surferstrand, der sich direkt an Yafo anschließt. Bei unserem ersten Ausflug nach Tel Aviv haben wir hier den Geburtstag von Roman, einem Mitfreiwilligen, gefeiert. Ursprünglich hatten wir geplant, noch feiern zu gehen, aber das Wasser war einfach zu verlockend. Denn klar, die ganze Nacht über ist es warm genug zum Baden und ab einer bestimmten Uhrzeit ist das Meer sogar wärmer als die Luft. An diesem Strandabschnitt gibt es keine Duschen und auch keine Cafés, deshalb ist er etwas leerer. Toll ist vor allem der Blick: links von einem liegt Yafo und rechts die Skyline von Tel Aviv – größer könnte der Kontrast kaum sein.

Die Liste wird bei Gelegenheit fortgesetzt - morgen geht es allerdings erst einmal nach Jerusalem!

Die Freiwilligen der eKiR

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