| Auf nach Haifa! |
Am Sonntag, dem Tag unserer Ankunft, haben wir uns Haifa
angeschaut – keine leichte Sache: Haifa ist ziemlich hügelig und wir hatten
wirklich schwere Rucksäcke auf. Das Sherut (Sammeltaxi) hatte uns irgendwo in
der Stadt rausgelassen und wir waren – wie schon so oft – völlig orientierungslos.
Glücklicher Weise kann man den Bahai Schrein, das Wahrzeichen der Stadt, von
vielen Orten aus sehen und wir sind einfach der goldenen Kuppel entgegen
gelaufen. Der Bahaischrein ist das höchste Heiligtum der Bahaireligion und
dient als Mausoleum des Bab, dem Begründer des Babaismus. Aus dem Babaismus
sind wiederum die Bahaisten hervorgegangen, die an die Vereinigung der
Menschheit zu einer Rasse und Nation glauben. Baba hin oder her: der Schrein
mit seiner goldenen Kuppel und dem weißen Marmor ist wunderschön. Den Schrein
sowie das an ihn angeschlossene Bahaigericht kann man allerdings nur in Form einer
geführten Tour besichtigen und auch die inneren Gärten sind nur am Morgen
geöffnet. Trotzdem: auch ein Besuch der äußeren Gärten lohnt sich.
| In den Bahai-Gärten |
| Teils etwas merkwürdige Skulpturen... |
Als wir in den Gärten umherliefen, trafen wir auf mehr
Gärtner als Touristen, was allerdings nur verständlich ist: die Beete mit
Blumen, die Kakteen, Sträucher, Palmen, Springbrunnen und Rasenflächen erinnern
an eine Gartenschau und benötigen Unmengen an Wasser und Pflege. Der Blick von
hier oben ist im Übrigen auch schon einen Besuch wert: man sieht die Stadt mit
ihrem Hafen, die Berge von Galiläa und natürlich das Mittelmeer. Die Gärten
verteilen sich auf insgesamt 19 Terrassen, die höchste von ihnen liegt auf dem
Gipfel des Berg Karmel. Ungefähr auf halber Höhe befindet sich der
Bahaischrein, etwas weiter oben werden die Gärten durch eine für Autos
befahrbare Straße unterbrochen. Auf dieser sind auch wir gelaufen und haben im
Skulpturenpark Mitzpor Ha-Shalom (Peace View Park) eine Pause eingelegt. Neben
Bronzeskulpturen der Bildhauerin Usula Malbin hat man auch von hier aus wieder
einen schönen Blick.
Direkt unterhalb der Bahai-Gärten schließt sich die Deutsche
Kolonie an, über die ich an andere Stelle etwas schreiben werde: im Laufe der
nächsten Tage sind wir hier noch mehrfach vorbeigekommen. Am Abend ging es für
uns also nach Kiryat Tivon, das man mit öffentlichen Verkehrsmitteln in weniger
als einer Stunde von Haifa aus erreichen kann.
Es war schön, die anderen wiederzusehen, wir waren
allerdings ziemlich erschöpft vom herumlaufen mit den Rucksäcken. Lange
schlafen konnten wir allerdings auch nicht – am nächsten Tag begann schließlich
das Seminar.
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