Make Hummus Not Walls

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Mittwoch, 23. Oktober 2013

Unser täglich Weißbrot oder: Warum Israelis Blumenkohl lila färben

Große Auswahl im Dizengoff Center, Tel Aviv

Ich würde wohl dem Namen dieses Blogs nicht gerecht werden, würde ich nicht endlich mal etwas über das Essen in Israel - und insbesondere Hummus - schreiben. Soviel zu letzterem: Mit dem leckeren, frischen Hummus, den meine Mutter öfters zu Hause macht, ist der Hummus, den wir im Projekt haben und den man in jedem Supermarkt kaufen kann, nicht zu vergleichen: er schmeckt äußerst ölig, ist alles andere als frisch und wird sowieso viel zu oft serviert. Die Friends bekommen ihn morgens auf ihren Sandwich geschmiert und dann öfters noch mittags oder abends zum Essen dazu. In den ersten Tagen haben Judith und ich ihn auch noch fleißig in Suppe, Salat und Sandwich gepackt; ich habe ihm aber völlig abgeschworen. Eine mit Hummus vergleichbare, aber viel leckerere und gesündere Alternative ist Trina: Sesamkernöl, das mit Wasser, Gewürzen und Zitronensaft vermischt wird.

Falafelessen in Yafo
Neben Hummus gehören zu den Lebensmittel, die es im Projekt IMMER gibt: Eier (gerne dreimal täglich), Zwiebeln, weißes Toastbrot (das leider auch zu allem serviert wird), Milch, Cottage Cheese, eine Art schmandiger Quark, Natur- und Fruchtjoghurt, Schoko- und Vanillepudding, Paprika, Tomaten, kleine Gurken und grüner Kopfsalat. In der Regel gibt es auch Äpfel und Avocado, nur manchmal noch Trauben, Kaki, Birnen und Bananen. In dem kleinen Garten von Beit Perry gibt es einen Zitronenbaum sowie Rosmarin, Basilikum und andere Kräuter, die wir manchmal zum Kochen verwenden. Das Essen ist – von Weißbrot und Hummus mal abgesehen – also ziemlich gesund.

Das Abendessen – in der Regel das einzige Essen, das in unsere Schicht fällt – besteht oft aus Salat, einer Gemüsesuppe, Couscous/ Reis/ Pasta, Käse sowie Eiern – in jeglicher Zubereitungsart.
Wenn wir am Wochenende die Frühschicht haben, bekommen wir auch das Frühstück mit, das meistens auch aus Salat, Eiern in irgendeiner Zubereitungsart und Toast in irgendeiner Darreichungsform (French Toast, getoastet, als Sandwich) besteht.
Fleisch gibt es in Beit Perry außer am Wochenende also nie. Vermissen tun wir es nicht, da es schlichtweg nicht schmeckt. Am Wochenende zwingen wir uns allerdings dazu, es doch zu essen, um keine Mangelerscheinungen zu bekommen.

Judith und ich haben angefangen, unser Essen – falls es gelungen ist – zu knipsen:


Gurken-Tomaten-Salat mit Käse und Petersilie

Lachs (teuer!) mit Zwiebel-Möhren-Curry

Couscous-Salat

Typisches Frühstück:
Toast mit Cottag Cheese und Avocado

Kartoffeln mit Ratatouille


Wenn einer der Friends Geburtstag hat, gibt es am Abend einen Stuhlkreis für alle Häuser, in dem wir gemeinsam singen und Kuchen essen. Häufig kommen noch die Eltern dazu und geben Pizza aus – für manchen von den Friends ein Grund, schon Wochen vor dem eigentlichen Tag von der Pizza zu reden.

Ach ja, fast hätte ich es vergessen, das israelische Nationalgericht schlechthin: die Falafel! Sowohl im Projekt als auch an jeder Straßenecke bekommt man sie angeboten: kleine Kichererbsenbällchen, die man in Pita-Brot (einem platten runden Brötchen) und mit jeder Menge Salat isst. Selbstverständlich wird auch hier gerne ein Kleps Hummus beigefügt. ;)

Die Israelische Küche ist so vielseitig wie die Menschen, die hier leben: aus aller Welt erkennt man Einflüsse: das Deutsche Schnitzel (das auch auf Hebräisch Schnitzel heißt) wird hier ebenso gegessen wie Nordafrikanischer Bulgur. Eigentlich überall findet man französisch Cafés, amerikanische Fast-Food-Ketten und natürlich Falafel-Buden.

Erwähnenswert sind insbesondere auch die kleinen süßen Teilchen, die man an fast jeder Straßenecke kaufen kann: meistens bestehen sie aus Blätterteig und Nüssen, oft sind sie in Honig getränkt. Meistens werden sie auf Tabletts präsentiert, wenn man möchte, wird einem ein Stück abgeschnitten – häufig für gerade mal 2 NIS (40 ct).




Der Kaffe hier schmeckt übrigens gar nicht, wir trinken meistens das in einem Automaten gekühlte Leitungswasser.
  
Den Falafel isst man in der Regel mit in Öl eingelegtem Gemüse. Häufig bekommt man dazu noch Kohlrabi oder Blumenkohl – warum der lila oder auch neongelb eingefärbt ist, muss ich allerdings noch herausfinden….


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