| Große Auswahl im Dizengoff Center, Tel Aviv |
Ich würde wohl dem Namen dieses Blogs nicht gerecht werden,
würde ich nicht endlich mal etwas über das Essen in Israel - und insbesondere
Hummus - schreiben. Soviel zu letzterem: Mit dem leckeren, frischen Hummus, den
meine Mutter öfters zu Hause macht, ist der Hummus, den wir im Projekt haben
und den man in jedem Supermarkt kaufen kann, nicht zu vergleichen: er schmeckt
äußerst ölig, ist alles andere als frisch und wird sowieso viel zu oft
serviert. Die Friends bekommen ihn morgens auf ihren Sandwich geschmiert und
dann öfters noch mittags oder abends zum Essen dazu. In den ersten Tagen haben
Judith und ich ihn auch noch fleißig in Suppe, Salat und Sandwich gepackt; ich
habe ihm aber völlig abgeschworen. Eine mit Hummus vergleichbare, aber viel
leckerere und gesündere Alternative ist Trina: Sesamkernöl, das mit Wasser,
Gewürzen und Zitronensaft vermischt wird.
| Falafelessen in Yafo |
Neben Hummus gehören zu den Lebensmittel, die es im Projekt
IMMER gibt: Eier (gerne dreimal täglich), Zwiebeln, weißes Toastbrot (das
leider auch zu allem serviert wird), Milch, Cottage Cheese, eine Art
schmandiger Quark, Natur- und Fruchtjoghurt, Schoko- und Vanillepudding, Paprika,
Tomaten, kleine Gurken und grüner Kopfsalat. In der Regel gibt es auch Äpfel
und Avocado, nur manchmal noch Trauben, Kaki, Birnen und Bananen. In dem
kleinen Garten von Beit Perry gibt es einen Zitronenbaum sowie Rosmarin,
Basilikum und andere Kräuter, die wir manchmal zum Kochen verwenden. Das Essen
ist – von Weißbrot und Hummus mal abgesehen – also ziemlich gesund.
Das Abendessen – in der Regel das einzige Essen, das in
unsere Schicht fällt – besteht oft aus Salat, einer Gemüsesuppe, Couscous/
Reis/ Pasta, Käse sowie Eiern – in jeglicher Zubereitungsart.
Wenn wir am Wochenende die Frühschicht haben, bekommen wir
auch das Frühstück mit, das meistens auch aus Salat, Eiern in irgendeiner
Zubereitungsart und Toast in irgendeiner Darreichungsform (French Toast,
getoastet, als Sandwich) besteht.
Fleisch gibt es in Beit Perry außer am Wochenende also nie.
Vermissen tun wir es nicht, da es schlichtweg nicht schmeckt. Am Wochenende
zwingen wir uns allerdings dazu, es doch zu essen, um keine Mangelerscheinungen
zu bekommen.
Judith und ich haben angefangen, unser Essen – falls es
gelungen ist – zu knipsen:
| Gurken-Tomaten-Salat mit Käse und Petersilie |
| Lachs (teuer!) mit Zwiebel-Möhren-Curry |
| Couscous-Salat |
| Typisches Frühstück: Toast mit Cottag Cheese und Avocado |
| Kartoffeln mit Ratatouille |
Wenn einer der Friends Geburtstag hat, gibt es am Abend
einen Stuhlkreis für alle Häuser, in dem wir gemeinsam singen und Kuchen essen.
Häufig kommen noch die Eltern dazu und geben Pizza aus – für manchen von den
Friends ein Grund, schon Wochen vor dem eigentlichen Tag von der Pizza zu
reden.
Ach ja, fast hätte ich es vergessen, das israelische
Nationalgericht schlechthin: die Falafel! Sowohl im Projekt als auch an jeder
Straßenecke bekommt man sie angeboten: kleine Kichererbsenbällchen, die man in
Pita-Brot (einem platten runden Brötchen) und mit jeder Menge Salat isst. Selbstverständlich
wird auch hier gerne ein Kleps Hummus beigefügt. ;)
Die Israelische Küche ist so vielseitig wie die Menschen,
die hier leben: aus aller Welt erkennt man Einflüsse: das Deutsche Schnitzel
(das auch auf Hebräisch Schnitzel heißt) wird hier ebenso gegessen wie
Nordafrikanischer Bulgur. Eigentlich überall findet man französisch Cafés,
amerikanische Fast-Food-Ketten und natürlich Falafel-Buden.
Der Kaffe hier schmeckt übrigens gar nicht, wir trinken
meistens das in einem Automaten gekühlte Leitungswasser.
Den Falafel isst man in der Regel mit in Öl eingelegtem
Gemüse. Häufig bekommt man dazu noch Kohlrabi oder Blumenkohl – warum der lila
oder auch neongelb eingefärbt ist, muss ich allerdings noch herausfinden….
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