| Tel Aviv von oben |
Shalom chaverim,
in den deutschen Nachrichten über Israel wurden die Bilder
vom verschneiten Felsendom und Schneeballschlachten zwischen orthodoxen Juden
leider von einem Tel Aviver Bus abgelöst, in dessen Innerem am Sonntag eine
Bombe explodiert ist. Glücklicherweise wurde keiner verletzt, denn ein
aufmerksamer Passagier hat den Busfahrer rechtzeitig auf die Tasche mit der
Bombe aufmerksam gemacht und alle Fahrgäste konnten den Bus vor der Explosion
verlassen.
Auch Judith, Clara (eine meiner deutschen Freundinnen, die
zu Besuch war) und ich waren am Sonntag in Tel Aviv und sind dort mit dem Bus
umhergefahren. Mir hat es noch einmal bewusst gemacht, dass die Gefahr überall
lauert und man sehr sehr aufmerksam sein muss. Eine solche Explosion in einem
Bus gab es zuletzt im November 2012, also vor über einem Jahr.
Es fühlt sich komisch an, über dieses Attentat zu schreiben,
während ich bei strahlendem Sonnenschein in Beit Perry sitze und
Weihnachtsplätzchen esse, denn es kommt mir so weit weg vor. Ich verstehe immer
mehr, warum viele Menschen sagen, einige Israelis, insbesondere jene aus Tel
Aviv, würden in einer Blase leben.
Jetzt aber zu erfreulicheren Dingen: die letzten Tage haben
wir sehr viel unternommen und ich würden am liebsten direkt von all den Dingen
berichten. Gleich allerdings arbeite ich zum ersten Mal seit recht langer Zeit
wieder und morgen früh geht es (wie auch schon letzte Woche), nach Jerusalem.
Das Wetter ist endlich wieder so wie man es kennt: wir
laufen im T-Shirt herum und Weihnachten scheint ganz weit weg.
Zurück zum Protokoll: Da Kathi und ich das vorletzte
Wochenende ungewollte in Ra’anana verbracht haben, mussten wir uns spontan
etwas einfallen lassen. Am Samstag Abend (tagsüber konnte man nicht viel
machen, es war schließlich Shabbat und es fuhren keine Busse) sind wir ins Kino
in Herzliya gegangen, dass sich in einem Hotel direkt am Strand befindet. Da zu diesem Zeitpunkt noch ziemlich viel Balagan
in Israel herrschte, viel prompt die Heizung aus – immerhin bekamen alle heißen
Tee. Da Hebräisch keine weit verbreitete Sprache ist (genau genommen nur
innerhalb Israels gesprochen wird), lief der Film auf Französisch mit
englischen und hebräischen Untertiteln.
Als am Sonntag Morgen endlich wieder Busse normal fuhren,
machten wir uns direkt auf den Weg nach Tel Aviv. Zuerst ging es ins Azrieli
Center – dieses Mal allerdings nicht zum Shoppen, sondern um die großartige
Aussicht zu genießen, die man vom Observatory im obersten Stockwerk hat. Für
Orientierungstalente wie mich sind solche Aussichtspunkte immer hilfreich; auf
den Bus nach Yafo haben wir trotzdem noch ziemlich lange an der falschen
Bushaltestelle gewartet… J
| Vom westlichen Teil des Turms aus sieht man Berge... |
| ...vom östlichen Teil aus das Meer |
In Yafo angekommen gingen wir in die weihnachtlich
geschmückte Klosterkirche von St. Peter. Weihnachtlich geschmückt bedeutet konkret:
Plastik-Tannen, Plastik-Adventskränze und ganz viel Glitzer. Auf dem Markt von
Yafo kauften wir noch so einige Weihnachtsgeschenke und liefen am Meer entlang
nach Neve Tzedek. Neve Tzedek ist die erste jüdische Siedlung außerhalb von
Yafo – Tel Aviv selber wurde wenig später gegründet. Das Viertel liegt genau
zwischen Tel Aviv und Yafo und zählt definitiv zu den schönsten. (Übrigens
wollte ich noch anmerken, dass ich
| In Yafo: am Hafen und das Kloster St. Peter |
| Kathi in Yafo |
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