| Ort der Verkündigung? Die Gabrielskirche in Nazareth |
Shalom chaverim,
Wie angekündigt und trotz chronologischem Chaos erzähle ich jetzt noch ein bisschen von Nazareth, was Teil unseres Trips am vorletzten Wochenende war: Am Samstag sind wir sieben EKIR-Mädels nach Nazareth gefahren. Da Malin schon einmal hier war, konnte sie uns eine Führung geben, was sehr geholfen hat, da Nazareth eine in vielerlei Hinsicht besonders Stadt ist: erst einmal muss man wissen, dass es im Prinzip zwei Nazareths gibt, direkt nebeneinander: Nazareth und Nazareth-Illit, das erst 1957 gegründet wurde mit der Absicht das alte (sprich arabische) Nazareth „zahlenmäßig, ökonomisch und politisch zu überbieten“. In Nazareth-Illit leben fast nur Juden, man versucht durch solche Städtegründungen „den jüdischen Charakter Galiläas zu bewahren“ – also mal wieder alles ziemlich kompliziert. Nazareth und Nazareth-Illit werden zwar nicht durch eine Mauer, allerdings durch eine Schnellstraße getrennt; wir haben nur das alte Nazareth besucht.
Wie angekündigt und trotz chronologischem Chaos erzähle ich jetzt noch ein bisschen von Nazareth, was Teil unseres Trips am vorletzten Wochenende war: Am Samstag sind wir sieben EKIR-Mädels nach Nazareth gefahren. Da Malin schon einmal hier war, konnte sie uns eine Führung geben, was sehr geholfen hat, da Nazareth eine in vielerlei Hinsicht besonders Stadt ist: erst einmal muss man wissen, dass es im Prinzip zwei Nazareths gibt, direkt nebeneinander: Nazareth und Nazareth-Illit, das erst 1957 gegründet wurde mit der Absicht das alte (sprich arabische) Nazareth „zahlenmäßig, ökonomisch und politisch zu überbieten“. In Nazareth-Illit leben fast nur Juden, man versucht durch solche Städtegründungen „den jüdischen Charakter Galiläas zu bewahren“ – also mal wieder alles ziemlich kompliziert. Nazareth und Nazareth-Illit werden zwar nicht durch eine Mauer, allerdings durch eine Schnellstraße getrennt; wir haben nur das alte Nazareth besucht.
Zuerst ging es natürlich zur Verkündigungsbasilika, dem Ort, an dem ‚alles begann‘; denn hier kündigte der Erzengel Gabriel – der Überlieferung zufolge – Maria die Geburt Jesu an. In dem Kreuzgang um die Basilika herum findet man Mariendarstellungen aus der ganzen Welt: man erkennt natürlich Gemeinsamkeiten, aber vor allem Einflüsse des jeweiligen Landes.
| Sieht ein bisschen aus wie ein Leuchtturm: die Verkündigungskirche und ihr Portal |
Die Basilika ist ziemlich komplex und besteht aus zwei
übereinander liegenden Kirchen sowie einigen Grotten: die eine ist für
gewöhnlich gut gefüllt – hier markieren zwei Säulen die Standpunkte, an denen
Maria und Gabriel während der Verkündigung standen. Gläubige aus der ganzen
Welt knien dort nieder, legen Sachen auf den heiligen Boden und beten.
| Die Verkündigungsgrotte |
Auf dem Platz davor sieht die Welt schon wieder deutlich
komplizierter aus: ursprünglich war hier der Bau einer Moschee – direkt vor die
Verkündigungskirche – geplant. Der Bau wurde zuerst genehmigt, aber nachdem
sich sogar der Vatikan eingeschaltet hatte, wieder gestoppt. Auf dem Platz
erkennt man noch das Gerüst für einen Teil der Moschee, ins Auge fallen aber
vor allem Plakate wie dieses:
| Auf dem Souk in Nazareth |
Durch den Souq, den Markt, sind wir in den höher gelegenen
Teil der Stadt gelangt und haben uns dort die Gabrielskirche mit dem
Marienbrunnen angeschaut. Wer denkt, nur zwischen Juden und Arabern, bzw.
Arabern und Christen würde es in Nazareth Spannungen geben, hat sich getäuscht:
auch unter den Christen gibt es Uneinigkeiten: die griechisch-orthodoxen
Christen sehen nämlich nicht den Ort, der von der Verkündigungsbasilika
markiert wird, als Ort der Verkündigung an, sondern ebenjene Gabrielskirche…
Am Abend haben wir zur Abwechslung mal Falafel gegessen –
mussten aber aufpassen, uns bloß nicht auf Hebräisch zu bedanken.
In Nazareth ist übrigens zum ersten Mal so etwas wie
Weihnachtsstimmung aufgekommen: hier gibt es jeden Menge Läden, die das ganze
Jahr lang nichts als Weihnachtsartikel verkaufen. Durch die immer noch
sommerlichen Temperaturen hier ist dieses Feeling allerdings schnell wieder
verflogen. Wie gut, dass gestern für Simon und mich Päckchen mit
Adventskalender und Weihnachtsschokolade aus Deutschland kamen! J
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