| Resultate einer Bastelstunde |
Shalom chaverim,
Um nicht den Eindruck zu erwecken, wir würden nur noch
reisen und durch Israel fahren, nochmal ein kleines Update aus dem Blauen Haus.
Hier steht momentan eine große Veränderung an, da die bisherige House Managerin
geht. Sie studiert nebenbei und ihr es ist – verständlicherweise – zu viel
geworden. Nicht nur ich finde das sehr schade, weil ich ihre verrückte und
authentische Art sehr gerne mag, sondern auch für die Friends, die noch gar nichts
davon wissen, ist es ein Verlust, da keiner so gut mit ihnen und ihren meistens
lustigen, aber auch manchmal anstrengenden Macken, Ticks und Obsessionen
umgehen kann. Ich bin aber trotzdem zuversichtlich, da einer der Guides, der
eigentlich in ein neues Heim in Tel Aviv hatte wechseln sollen, jetzt das Haus
übernimmt. Mit ihm habe ich in den vier Monaten, die ich schon hier bin, am
meisten zusammen gearbeitet und auch er kennt die Friends wirklich gut und hat
einen guten Draht zu ihnen.
In der letzten Zeit sind viele Guides gegangen – nach Thailand,
China oder einfach zurück an die Uni. Dementsprechend haben wir auch einige
neue bekommen, unter anderem zwei fürs Blaue Hause. Arbeite ich mit ihnen
zusammen, trage ich die Hauptverantwortung, da ich mich eigentlich mit allem
(außer vielleicht der Sprache J)
besser auskenne. Auch ansonsten sind wir in den Schichten meist nur noch zu
zweit, was aber gut klappt. Mit den Friends kann ich immer besser umgehen und
auch kommunizieren und ich habe dadurch mehr Möglichkeiten, eigenständig mit
ihn zu arbeiten. Dass mir dafür auch die nötige Verantwortung übertragen wird,
finde ich toll und mittlerweile fühle ich mich auch als vollständiges Mitglied
im System Beit Perry – bei den Guides, nicht bei den Friends, versteht sich… J
Montags abends kann man meistens gut erkennen, wer am
Nachmittag gearbeitet hat: habe ich die Chug Jetzirah, die Bastelstunde,
angeleitet, ist meistens der Küchentisch ruiniert und der Boden sowie die Haare
der Friends voller Glitzer: oft malen wir mit Jaxon-Kreide und besprühen alles mit
Glitzer.
Ab Mittwoch bekommen wir ins Blaue Haus noch eine weitere
deutsche Volontärin, die wie wir auch in Beit Perry leben wird. Judith und ich
sind schon sehr gespannt, da wir voraussichtlich nicht nur mit ihr zusammen arbeiten,
doch auch ansonsten viel Zeit verbringen werden. Oriel, der neue House Manager,
hat mir schon gesagt, dass ich sie einarbeiten werde und ich bin mir sicher,
dass es gut klappen wird.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich die Friends vermisst habe,
als ich so lange nicht gearbeitet habe. Sie sind mit die liebenswürdigsten und
unschuldigsten Wesen, die mir je begegnet sind. Gestern bei der Harpaia, der
abendlichen Entspannung, als wir alle zusammen auf dem Sofa saßen, Musik gehört
haben und Lollys gegessen haben (bzw. die Friends wie wild darauf rumgebissen
haben), habe ich gedacht, dass sie mittlerweile sowas wie meine zweite Familie geworden
sind. Diese sechs Brüder sehen sich zwar gar nicht ähnlich und sind in jeder
Hinsicht sehr unterschiedlich, aber gerade das zeichnet diese Familie doch aus.
PS: An dieser Stelle muss ich einmal kurz klarstellen, dass
die Bezeichnung Blaues, Rotes und Grünes Haus keine besondere Bedeutung hat.
Letztens kam mich eine andere Volontärin besuchen und war überrascht, dass das
Blaue Haus keine blauen Wände hat…
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