Make Hummus Not Walls

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Montag, 30. Dezember 2013

Ja, manchmal arbeiten wir auch oder: Update aus dem Blauen Haus

Resultate einer Bastelstunde

Shalom chaverim,

Um nicht den Eindruck zu erwecken, wir würden nur noch reisen und durch Israel fahren, nochmal ein kleines Update aus dem Blauen Haus. Hier steht momentan eine große Veränderung an, da die bisherige House Managerin geht. Sie studiert nebenbei und ihr es ist – verständlicherweise – zu viel geworden. Nicht nur ich finde das sehr schade, weil ich ihre verrückte und authentische Art sehr gerne mag, sondern auch für die Friends, die noch gar nichts davon wissen, ist es ein Verlust, da keiner so gut mit ihnen und ihren meistens lustigen, aber auch manchmal anstrengenden Macken, Ticks und Obsessionen umgehen kann. Ich bin aber trotzdem zuversichtlich, da einer der Guides, der eigentlich in ein neues Heim in Tel Aviv hatte wechseln sollen, jetzt das Haus übernimmt. Mit ihm habe ich in den vier Monaten, die ich schon hier bin, am meisten zusammen gearbeitet und auch er kennt die Friends wirklich gut und hat einen guten Draht zu ihnen.

In der letzten Zeit sind viele Guides gegangen – nach Thailand, China oder einfach zurück an die Uni. Dementsprechend haben wir auch einige neue bekommen, unter anderem zwei fürs Blaue Hause. Arbeite ich mit ihnen zusammen, trage ich die Hauptverantwortung, da ich mich eigentlich mit allem (außer vielleicht der Sprache J) besser auskenne. Auch ansonsten sind wir in den Schichten meist nur noch zu zweit, was aber gut klappt. Mit den Friends kann ich immer besser umgehen und auch kommunizieren und ich habe dadurch mehr Möglichkeiten, eigenständig mit ihn zu arbeiten. Dass mir dafür auch die nötige Verantwortung übertragen wird, finde ich toll und mittlerweile fühle ich mich auch als vollständiges Mitglied im System Beit Perry – bei den Guides, nicht bei den Friends, versteht sich… J

Montags abends kann man meistens gut erkennen, wer am Nachmittag gearbeitet hat: habe ich die Chug Jetzirah, die Bastelstunde, angeleitet, ist meistens der Küchentisch ruiniert und der Boden sowie die Haare der Friends voller Glitzer: oft malen wir mit Jaxon-Kreide und besprühen alles mit Glitzer.

Ab Mittwoch bekommen wir ins Blaue Haus noch eine weitere deutsche Volontärin, die wie wir auch in Beit Perry leben wird. Judith und ich sind schon sehr gespannt, da wir voraussichtlich nicht nur mit ihr zusammen arbeiten, doch auch ansonsten viel Zeit verbringen werden. Oriel, der neue House Manager, hat mir schon gesagt, dass ich sie einarbeiten werde und ich bin mir sicher, dass es gut klappen wird.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich die Friends vermisst habe, als ich so lange nicht gearbeitet habe. Sie sind mit die liebenswürdigsten und unschuldigsten Wesen, die mir je begegnet sind. Gestern bei der Harpaia, der abendlichen Entspannung, als wir alle zusammen auf dem Sofa saßen, Musik gehört haben und Lollys gegessen haben (bzw. die Friends wie wild darauf rumgebissen haben), habe ich gedacht, dass sie mittlerweile sowas wie meine zweite Familie geworden sind. Diese sechs Brüder sehen sich zwar gar nicht ähnlich und sind in jeder Hinsicht sehr unterschiedlich, aber gerade das zeichnet diese Familie doch aus.


PS: An dieser Stelle muss ich einmal kurz klarstellen, dass die Bezeichnung Blaues, Rotes und Grünes Haus keine besondere Bedeutung hat. Letztens kam mich eine andere Volontärin besuchen und war überrascht, dass das Blaue Haus keine blauen Wände hat…

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