Make Hummus Not Walls

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Mittwoch, 13. November 2013

I can’t believe it’s november oder: Im Nationalpark Apollonia

An besonders kalten Tagen stürzen die Temperaturen mittlerweile manchmal auf 23° ab – Mitleid erwünscht! Judith und ich hatten daher am Montag mit 26° nochmal wirklich Glück gehabt… Okay, Spaß beiseite, aber ich kann wirklich nicht glauben, dass wir November haben. Während anderswo die Weihnachtsvorbereitungen beginnen, Schals ausgepackt und Plätzchen gebacken werden, habe ich das Gefühl, mich im Sommerurlaub zu befinden. Das liegt allerdings nicht nur daran, dass es so warm ist, sondern auch einfach daran, dass die Arbeit zwar anstrengend ist, aber Spaß macht und wir in der Freizeit so viel unternehmen.

So ging es am Montag für uns also in den Apollonia Nationalpark, der geradezu vor unserer Haustür – sprich Herzliya – liegt. Die Phönizier gründeten die Siedlung „Arsuf“ (benannt nach der Gottheit Reshef) im 6. Jhd. v. Chr. Reshef, der Gott des Krieges und des Sturms, wurde von den Bewohnern Arsufs mit der Gottheit Apollo identifiziert und daher in Apollonia umbenannt. Unter den Römern kam die Stadt zu voller Blüte, der Hafen wurde zum größten in der gesamten südlichen Sharon Ebene. Auf die Römer folgten die Byzantiner und später die Muslime, die eine Schutzmauer aus Angst vor den Byzantinern bauten. Nichtsdestotrotz eroberten die Kreuzfahrer im 13. Jhd. die Stadt und nannten sie um in Arsour. Kaum vier Jahre hatten wieder die Muslime das Sagen, dann ganze 100 Jahre die Kreuzfahrer und ab 1265 – trotz der mittlerweile verstärkten Mauer – die Mameluken.

Dementsprechend kann man in dem Park - unter anderem - sowohl die von den Kreuzfahrern konstruierte Festung und die von den Muslimen errichtete Mauer, als auch eine römische Villa und ein byzantinisches Wasserreservoir bestaunen.









Im Nationalpark Apollonia: vielleicht kann man sich
jetzt besser vorstellen, warum sich alles wie
ein sehr langer Sommerurlaub anfühlt!

Besonders toll ist am Park allerdings die Lage: vom höchsten noch erhaltenen Punkt der Festung aus hat man einen tollen Blick: rechts sieht man bis Caesarea und links den Hafen von Herzliya und dahinter wieder den von Yaffo – wie klein die Welt (und insbesondere Israel) doch ist!

Vom selben Standpunkt aus: Blick auf Caesarea....
...Herzliya und Yaffo

Nach dem Park (der flächenmäßig wirklich klein ist) sind Judith und ich noch etwas an den Strand gegangen. Ziemlich bald mussten wir allerdings wieder los – sie zur Arbeit und ich ins Krankenhaus nach Kfar Saba. Nein, ich bin nicht krank, musste allerdings bei einem der Friends bleiben, der dort liegt. Er ist nämlich Epileptiker und darf nie alleine gelassen werden – und wird momentan rund um die Uhr von Guides bewacht. Es war interessant, ein israelisches Krankenhaus von innen zu sehen: betritt man das Gebäude, hat man das Gefühl, in einer Mall zu sein: es gibt Läden, Coffee-Shops und auch Fast-Food-Stores. In den oberen Stockwerken befinden sich die verschiedenen Abteilungen. Die Krankenhäuser – habe ich mir von einer deutschen Medizin-Studentin, die in Israel ein Praktikum gemacht hat, bestätigen lassen – sind technisch absolut auf europäischem Standard. Die Mentalität – das merkt man direkt – ist hier allerdings eine andere und mit Problemen wird, um es vorsichtig auszudrücken, entspannter umgegangen…


Nein, das hier ist keine Mall: Krankenhaus in Kfar Saba

Vom Krankenhaus aus bin ich nach Herzliya gefahren, um mich mit Judith und einer Freundin zu treffen. Abends etwas trinken zu gehen, sollte man allerdings nicht zu oft: ein Bier kostet umgerechnet mindestens 6€! Trotzdem: die wunderbaren Sommertemperaturen – auch bei Nacht und im November – entschädigen einen!


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