Make Hummus Not Walls

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Donnerstag, 7. November 2013

Hajom Jom Huledet oder: Ein Friend hat Geburtstag



Um nicht den Eindruck zu erwecken, wir würden hier nur reisen und uns die Gegend anschauen, nun zurück zum Alltag in Beit Perry. Dabei ist ‚Alltag‘ eigentlich irreführend ist, denn heute gab es wieder ein besonderes Ereignis außerhalb der Reihe: Jom Huledet, der Geburtstag von einem der Friends. Auch wenn er immer ähnlich gefeiert wird, ist er für die Friends von unterschiedlicher Bedeutung: die einen reden Wochen im Voraus von nichts anderem mehr, während andere selbst am eigentlichen Tag nicht wirklich verstehen, warum denn alle wie bescheuert singen und Mohrenköpfe essen.

Anlässlich eines Geburtstags wird der Innenhof (oder eben ein Wohnzimmer, je nachdem, ob das Wetter mitmacht – was meistens der Fall ist) liebevoll mit Luftballons, Luftschlagen und Bildern dekoriert. Am Abend versammeln sich alle Friends und die Familie des Geburtstagskindes in einem Stuhlkreis und es werden erst einmal einige Geburtstagslieder gesungen. Der Klassiker „Hajom Jom Huledet“ (heute ist der Geburtstag von XY) gehört neben dem Aleph-Beth-Song und dem Lied zu Rosh Hashana zu den nervigsten und hartnäckigsten hebräischen Ohrwürmern. Nach dem Gesang laufen die Friends einzeln zum Geburtstagskind, schütteln ihm die Hand und wünschen ihm Mazal Tov, Alles Gute. Das tuen sie allerdings auf sehr unterschiedlich liebevoll Art: Während die einen geradezu aufspringen oder sogar ein selbstgemaltes Bild überreichen, haben wir Probleme, die anderen dazu zu motivieren, aufzustehen und dem Friend ordentlich zu gratulieren. Der Hauptgrund für die Friends sich auf den Tag zu freuen, ist wohl das Essen: meistens bringen die Eltern des Geburtstagskindes Pizza, Kuchen und Mohrenköpfe mit – für die Friends eine willkommene Abwechslung. Nach dem Essen wird getanzt: einige der Friends ergreifen frühzeitig die Flucht, manche schauen mehr oder weniger begeistert zu, andere tanzen wirklich schön und auch im Rhythmus der Musik und wieder andere tanzen auf eine sehr spezielle Art – die darin besteht, dass sie ihre Hände ineinanderlegen, den Kopf schief halten und sich dann wirklich wie bescheuert für mehrere Minuten im Kreis zu drehen. Wir Guides fragen uns dann immer, wie sie es schaffen, den Kuchen im Magen zu behalten – Übung macht den Meister. 

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