| Die kunstvolle Kuppel der El-Jazzar-Moschee |
Auch am letzten Seminartag hatten wir ein Gespräch, dass uns viele neue Erkenntnisse gebracht hat: Zu Gast war ein ranghoher früherer Berater von Yitzhak Rabin, dem ehemaligen Ministerpräsidenten Israels. Da er durch seinen Beruf so gut über die israelische Außerpolitik Bescheid wusste, war er ausgewählt worden, mit uns über Israels Sicherheit und die israelisch-palästinensischen Beziehungen zu reden. Reden ist allerdinge der falsche Ausdruck, da sich ein wahres Streitgespräch zwischen ihm und uns entwickelte. Er vertrat sehr radikale Positionen und war beispielsweise für ein militärisches Einschreiten der Westlichen Nationen in Syrien, aber auch Nordkorea. Dieses Mal also lernten wir einiges über den Israelisch-Palästinensischen Konflikt aus der Sicht eines ‚Insiders‘ der israelischen Politik. Nach Ende des Seminars wurden alle Volontäre in Haifa rausgelassen, für uns ging es direkt weiter zur Volontärs-WG.
Am Nachmittag fuhren wir mit in das Projekt von zwei
Mitvolontären in Kiryat Tivon, das ganz anders als Beit Perry, aber auf seine
Art auch sehr schön und friedlich ist.
Läuft man durch die Altstadt, so fühlt man sich etwas an
Jerusalem erinnert: neben einem türkischen Basar, und dem Souk el Abyad,
dem Weißen Markt, gibt es mehrere Karawansereien, die meist aus dem 16.
Jahrhundert stammen und als Rasthäuser für Reisende und Umschlagplätze für
Waren dienten. Wie in Jerusalem findet man auch hier Kirchen, Moscheen und
Synagogen dicht aneinander gedrängt: besonders sehenswert ist die
El-Jazzar-Moschee, die von einem begrünten Innenhof umgeben wird. Man merkt
übrigens, dass in Deutschland momentan Herbstferien sind: in der Moschee waren
außer uns nur deutsche Familien.
| Die Karawanserei Khan el Umdan |
| Die El-Jazzar-Moschee |
| Auf dem Souk el Abyad |
Der Hafen ist ziemlich touristisch, allerdings kann man von hier einen wunderschönen Sonnenuntergang sehen. Am Mittag haben wir – was auch sonst – Falafel gegessen. Am Preis der Falafel kann man sehr gut das allgemeine Preisniveau einer Stadt ausmachen: während sie in Tel Aviv 15 NIS, in Netanya (Touristenpreis) 25 NIS kostet, sind es in Bethlehem gerade mal 5 NIS (was umgerechnet einem Euro entspricht!) Dass sie in der Touristen-Stadt Akko nur 10 NIX gekostet hat, hat uns ziemlich gewundert – dafür waren die Falafelbällchen auch kalt. L
| Immer wieder lecker: Falafel |
Das eigentliche Highlight Akkos ist – ganz anders als in Haifa – alles andere als gut sichtbar. Es befindet sich nämlich unterirdisch: die unterirdische Kreuzfahrerstadt, die den Rittern des Hospitaliterordens ab dem 12. Jhd. als Hauptquartier diente, befindet sich 8m unter dem heutigen Straßenniveau. Die einst darüber liegenden Gebäude wurden alle zerstört, die unterirdische Stadt mit Schutt aufgefüllt und darüber neue Gebäude errichtet. Die Eintrittskarte berechtigt auch zum Besuch des Templar’s Tunnel, einem unterirdischen Gang, der sich für Klaustrophobiker allerdings nicht empfiehlt…
Judith und ich stellten in Akko fest, schon zahlreiche
Moscheen und Kirchen, allerdings noch keine Synagoge besichtigt zu haben.
Dementsprechend folgten wir einem Hinweisschild und landeten in einer winzigen
Synagoge. Die Juden, die dort beteten, hielten uns wahrscheinlich für
amerikanische Jüdinnen und haben uns auf einen Kaffee eingeladen – allgemein
überrascht uns die Gastfreundschaft und Offenheit Israelis immer wieder!
| Traumhaft: der Sonnenuntergang in Akko |
An dem letzten Morgen unseres Urlaubs haben Judith und ich
einen kleinen Zwischenstopp in Haifa eingelegt. Da das Wetter schlecht und die
Rücksäcke schwer waren, haben wir uns für das Haifa Museum of Art entschieden,
in dem es, so stand es im Reiseführer „über 7500 Werke internationaler Künstler
wie Max Liebermann, Marc Chagall, Salvador Dalí…“ gibt. Liebermann? Chagall?
Dalí? Fehlanzeige! In dem Museum gab es lediglich Ausstellung moderner Kunst,
aber auch die haben sich gelohnt. Dem Verlag des Reiseführers haben wir
übrigens eine Mail geschrieben…
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| Keine Klassiker, dafür sehr modern: Das Haifa Museum of Art |

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