| Blick vom Berg der Seligpreisungen auf den See Genezareth, Tiberias und die Ausläufer des Golans |
| Wegmarkierung für Pilgergruppen am See Genezareth |
Shalom chaverim,
nach den Tagen in Haifa und Jericho und einem Besuch in
Caesarea (worüber ich schon einmal ausführlich berichtet habe), haben wir einen
Tag auf Jesu Spuren verbracht. Dabei waren wir natürlich nicht die einzigen,
schließlich sind die Kirchen, die an den Stationen des Lebens Jesu stehen, kein
Geheimtipp – und so kurz vor Ostern erst recht nicht. Wo immer wir uns an
diesem Tag also befanden, nie waren die meist indischen, italienischen oder
deutschen Reisegruppen weit.
Los ging es selbstverständlich in Nazareth, dem Ort, an dem der
Erzengel Gabriel Maria die Geburt Jesu verkündete. (Auch über Nazareth habe ich
schon berichtet.) In Nazareth beginnen allerdings auch schon die Unstimmigkeiten
verschiedener christlicher Gruppierungen über den genauen Ort des Geschehens.
Dementsprechend gibt es zusätzlich zur gigantischen Verkündigungskirche die
Gabrielskirche, die von den Griechisch-Orthodoxen als wahrer Ort der
Verkündigung angesehen wird.
In Kfar Kana verhält es sich ähnlich: hier findet sich die Franziskanerkirche und nicht weit davon entfernt die griechisch-orthodoxe Kirche. Beide behaupten an dem Ort zu stehen, an dem die Hochzeit zu Kanaan stattfand und Jesus sein erstes vollbrachte, indem er Wasser zu Wein verwandelte.
| Vor der Franziskanerkirche in Kfar Kana |
Von Kana aus fuhren wir in Richtung See Genezareth, die
dahinter liegenden Golanhöhen, ein eigentlich zu Syrien
gehörendes, aber seit
1967 von Israel besetztes Gebiet, sieht man schon von Weitem. Direkt am See
führt eine Straße entlang, die einen an die Orte wichtiger Stationen aus dem
Leben Jesu führt: die Brotvermehrungskirche in Tabgha (hier soll Jesus Fische
und Brot vermehrt haben, um 5000 Menschen satt zu bekommen), nach Kapernaum (wo
sich Jesus eine Zeit lang aufhielt, um von dort aus zu predigen und zu
missionieren) und zum Berg der Seligpreisungen, wo Jesus die Bergpredigt hielt.
Alle Kirchen waren zu dieser Uhrzeit leider schon geschlossen, trotzdem hat es
sich gelohnt, auf den Berg der Seligpreisungen zu fahren. Von dort oben hat man
einen tollen Blick auf den gesamten See, einschließlich den Ausläufern des
Golans und Tiberias. Trotz der Nähe zu Syrien wirkt die Umgebung sehr
friedlich, vor allem, wenn die Sonne untergeht und man einen Ort einmal nicht
mit anderen Touristen teilen muss.| Die Brotvermehrungskirche in Tabgha, der See Genezareth und die Kirche auf dem Berg der Seligpreisungen |
| Betende Jüdinnen vor dem Grab des Maimonides |
Tiberias, mit 40000 Einwohnern die größte Stadt am See
Genezareth, hat sich zu einem der beliebtesten Urlaubsziele entwickelt, gerade
auch für Einheimische. Während wir durch die Stadt liefen, hörten wir fast
ausschließlich Hebräisch, schließlich hatten die Israelis Pessach-Ferien und profitierten
von den relativ günstigen Hotel-Preisen in Tiberias.
Tiberias ist neben Jerusalem, Hebron und Safed eine der vier
heiligen Städte des Judentums, da hier
Teile des Talmuds verfasst wurden. Gleichzeitig ist es der Ort des
Begräbnisses wichtiger Rabbiner, unter anderem von Rabbi Akiva und Rabbi
Maimonides (bekannt als Rambam, nach ihm sind viele Straßen in Israel benannt).
Das Grab des Letzteren haben wir besichtigt, es ist ein wichtiger Pilgerort für
Juden, die – getrennt nach Geschlechtern – vor dem Sarkophag sitzen und beten.
Im Judentum scheint Einigkeit über den Ort des Geschehens zu
bestehen…
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