Make Hummus Not Walls

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Donnerstag, 1. Mai 2014

Von Hochzeitswein und allerlei Unstimmigkeiten oder: Ein Tag auf Jesu Spuren

Blick vom Berg der Seligpreisungen auf den See Genezareth, Tiberias und die Ausläufer des Golans

Wegmarkierung für Pilgergruppen
am See Genezareth
Shalom chaverim,

nach den Tagen in Haifa und Jericho und einem Besuch in Caesarea (worüber ich schon einmal ausführlich berichtet habe), haben wir einen Tag auf Jesu Spuren verbracht. Dabei waren wir natürlich nicht die einzigen, schließlich sind die Kirchen, die an den Stationen des Lebens Jesu stehen, kein Geheimtipp – und so kurz vor Ostern erst recht nicht. Wo immer wir uns an diesem Tag also befanden, nie waren die meist indischen, italienischen oder deutschen Reisegruppen weit.

Los ging es selbstverständlich in Nazareth, dem Ort, an dem der Erzengel Gabriel Maria die Geburt Jesu verkündete. (Auch über Nazareth habe ich schon berichtet.) In Nazareth beginnen allerdings auch schon die Unstimmigkeiten verschiedener christlicher Gruppierungen über den genauen Ort des Geschehens. Dementsprechend gibt es zusätzlich zur gigantischen Verkündigungskirche die Gabrielskirche, die von den Griechisch-Orthodoxen als wahrer Ort der Verkündigung angesehen wird.

In Kfar Kana verhält es sich ähnlich: hier findet sich die Franziskanerkirche und nicht weit davon entfernt die griechisch-orthodoxe Kirche. Beide behaupten an dem Ort zu stehen, an dem die Hochzeit zu Kanaan stattfand und Jesus sein erstes vollbrachte, indem er Wasser zu Wein verwandelte.

Vor der Franziskanerkirche in Kfar Kana
Wieder waren unsere geliebten mitreisenden Gruppen vor Ort. Ihr bevorzugtes Souvenir aus Kana: „Hochzeitswein“.

Von Kana aus fuhren wir in Richtung See Genezareth, die dahinter liegenden Golanhöhen, ein eigentlich zu Syrien
gehörendes, aber seit 1967 von Israel besetztes Gebiet, sieht man schon von Weitem. Direkt am See führt eine Straße entlang, die einen an die Orte wichtiger Stationen aus dem Leben Jesu führt: die Brotvermehrungskirche in Tabgha (hier soll Jesus Fische und Brot vermehrt haben, um 5000 Menschen satt zu bekommen), nach Kapernaum (wo sich Jesus eine Zeit lang aufhielt, um von dort aus zu predigen und zu missionieren) und zum Berg der Seligpreisungen, wo Jesus die Bergpredigt hielt. Alle Kirchen waren zu dieser Uhrzeit leider schon geschlossen, trotzdem hat es sich gelohnt, auf den Berg der Seligpreisungen zu fahren. Von dort oben hat man einen tollen Blick auf den gesamten See, einschließlich den Ausläufern des Golans und Tiberias. Trotz der Nähe zu Syrien wirkt die Umgebung sehr friedlich, vor allem, wenn die Sonne untergeht und man einen Ort einmal nicht mit anderen Touristen teilen muss.





Die Brotvermehrungskirche in Tabgha, der See Genezareth
und die Kirche auf dem Berg der Seligpreisungen

Betende Jüdinnen vor dem Grab des Maimonides
Tiberias, mit 40000 Einwohnern die größte Stadt am See Genezareth, hat sich zu einem der beliebtesten Urlaubsziele entwickelt, gerade auch für Einheimische. Während wir durch die Stadt liefen, hörten wir fast ausschließlich Hebräisch, schließlich hatten die Israelis Pessach-Ferien und profitierten von den relativ günstigen Hotel-Preisen in Tiberias.
Tiberias ist neben Jerusalem, Hebron und Safed eine der vier heiligen Städte des Judentums, da hier  Teile des Talmuds verfasst wurden. Gleichzeitig ist es der Ort des Begräbnisses wichtiger Rabbiner, unter anderem von Rabbi Akiva und Rabbi Maimonides (bekannt als Rambam, nach ihm sind viele Straßen in Israel benannt). Das Grab des Letzteren haben wir besichtigt, es ist ein wichtiger Pilgerort für Juden, die – getrennt nach Geschlechtern – vor dem Sarkophag sitzen und beten.

Im Judentum scheint Einigkeit über den Ort des Geschehens zu bestehen…

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