Make Hummus Not Walls

Make Hummus Not Walls

Freitag, 16. Mai 2014

Kreideweiß trifft türkisblau oder: Die Kalksteinfelsen von Rosh HaNiqra

Blick von Rosh HaNiqra auf die Küste


Shalom chaverim,

beim letzten großen Ausflug mit meiner Familie ging es hoch in den Norden, so hoch, wie es eben geht: die Grenze zum Libanon sollte man momentan nämlich eher nicht überschreiten… Sehr schön ist dafür der Grenzort Rosh HaNiqra, was auf Deutsch in etwa Kopf des Felsens heißt. Der Weg nach Rosh HaNiqra führt einen eine Zeitlang direkt am Meer entlang, vorbei an Kibbuzim und Stränden. Die weißen Kreidefelsen, die 70 m in die Tiefe fallen, sieht man schon von Weitem. Vor Ort kann man mit einer Seilbahn hinunter zu den Höhlen fahren.Über die letzten Jahrtausende hinweg hat das Meer die berühmten Grotten von Rosh HaNiqra aus dem Stein gespült. Durchläuft man die Höhlen, muss man sich ständig bücken und auch auf den Boden achten, um nicht zu stolpern. Das Meerwasser ist türkisblau und bildet somit einen starken Kontrast zu dem unwirklichen Weiß der Felsen. Beim Rundgang verlässt man für einen kurze Zeit die Höhlen, sieht Militärschiffe und Jetskies, die wie selbstverständlich aneinander vorbeifahren und Bojen, die die Wassergrenze zum Libanon markieren. Direkt vor dem Grenzposten befindet sich ein Café mit Blick auf die Küste hinunter bis nach Haifa und die vom türkisenen Wasser umgebenen Inseln – auf der anderen Seite: Maschendraht und Kontrolltürme.



Die Kreidefelsen von Rosh HaNiqra

An der am Wasser entlang führenden Straße ging es weiter Richtung Süden: vorbei an der Autonomen Republik Akhzivland, dem kleinsten – und tatsächlich von Israel anerkannten – Freistaat der Welt; dem Badeort Nahariya und dem nördlich von Akko gelegenen Bahaischrein, der zusammen mit dem in Haifa gelegenen das höchste Heiligtum der Bahai bildet und zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Besagter Schrein ist das Mausoleum des Baha’u’llah, des Gründers der Bahai-Religion. Der darum liegende Park ist dermaßen sauber und penibel, dass man ihn schon als spießig bezeichnen könnte – das Farbenmeer und die Farbenvielfalt sind aber einfach wunderschön! Die Bahai vertreten die Auffassung von der Einheit der Religion und der Einheit aller Menschen und lehnen Vorurteile völlig ab. Die Gemeinde zählt heute 8 Mio. Mitglieder, von denen die meisten in USA oder Indien leben.



Die Gärten um das Mausoleum des Baha'u'llah


Meeresfrüchte im Restaurant in Akko
Den Nachmittag und Abend verbrachten wir in der wunderschönen Kreuzfahrerstadt Akko, über die ich schon ausführlich berichtet habe. Durch den trubeligen Markt kämpften wir uns durch zur Großen Moschee; liefen durch die unterirdische Kreuzfahrerstadt; kletterten auf der Zitadelle und sahen von der Terrasse unseres Restaurants aus die Sonne untergehen und dabei die gesamte Bucht, einschließlich Nachsholim und Haifa, rosa verfärben. Ein paar Mutige schwammen noch im Wasser, aber als die Lichter von Haifa immer heller leuchteten, zogen auch sie sich zurück.

Am nächsten Tag hatte ich meine einzige Schicht während der gesamten zwei Wochen. Meine kleine Schwester durfte allerdings mitkommen und konnte so die Friends kennenlernen und ich glaube, dass auch sie sie direkt in ihr Herz geschlossen hat. Nach einem Strand- und Synagogenbesuch in Tel Aviv (ja, das lässt sich durchaus verbinden!), hieß es am nächsten Morgen Abschied nehmen. Zwei Wochen voller Abwechslung und neuer Einblicke!


Abendliches Haifa

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen