| Blick von Rosh HaNiqra auf die Küste |
Shalom chaverim,
beim letzten großen Ausflug mit meiner Familie ging es hoch
in den Norden, so hoch, wie es eben geht: die Grenze zum Libanon sollte man
momentan nämlich eher nicht überschreiten… Sehr schön ist dafür der Grenzort
Rosh HaNiqra, was auf Deutsch in etwa Kopf des Felsens heißt. Der Weg nach Rosh
HaNiqra führt einen eine Zeitlang direkt am Meer entlang, vorbei an Kibbuzim
und Stränden. Die weißen Kreidefelsen, die 70 m in die Tiefe fallen, sieht man
schon von Weitem. Vor Ort kann man mit einer Seilbahn hinunter zu den Höhlen
fahren.Über die letzten Jahrtausende hinweg hat das Meer die berühmten Grotten
von Rosh HaNiqra aus dem Stein gespült. Durchläuft man die Höhlen, muss man
sich ständig bücken und auch auf den Boden achten, um nicht zu stolpern. Das Meerwasser
ist türkisblau und bildet somit einen starken Kontrast zu dem unwirklichen Weiß
der Felsen. Beim Rundgang verlässt man für einen kurze Zeit die Höhlen, sieht
Militärschiffe und Jetskies, die wie selbstverständlich aneinander vorbeifahren
und Bojen, die die Wassergrenze zum Libanon markieren. Direkt vor dem Grenzposten
befindet sich ein Café mit Blick auf die Küste hinunter bis nach Haifa und die
vom türkisenen Wasser umgebenen Inseln – auf der anderen Seite: Maschendraht und
Kontrolltürme.
| Die Kreidefelsen von Rosh HaNiqra |
An der am Wasser entlang führenden Straße ging es weiter
Richtung Süden: vorbei an der Autonomen Republik Akhzivland, dem kleinsten – und
tatsächlich von Israel anerkannten – Freistaat der Welt; dem Badeort Nahariya
und dem nördlich von Akko gelegenen Bahaischrein, der zusammen mit dem in Haifa
gelegenen das höchste Heiligtum der Bahai bildet und zum UNESCO-Weltkulturerbe
gehört. Besagter Schrein ist das Mausoleum des Baha’u’llah, des Gründers der
Bahai-Religion. Der darum liegende Park ist dermaßen sauber und penibel, dass
man ihn schon als spießig bezeichnen könnte – das Farbenmeer und die
Farbenvielfalt sind aber einfach wunderschön! Die Bahai vertreten die
Auffassung von der Einheit der Religion und der Einheit aller Menschen und lehnen
Vorurteile völlig ab. Die Gemeinde zählt heute 8 Mio. Mitglieder, von denen die
meisten in USA oder Indien leben.
| Die Gärten um das Mausoleum des Baha'u'llah |
| Meeresfrüchte im Restaurant in Akko |
Den Nachmittag und Abend verbrachten wir in der
wunderschönen Kreuzfahrerstadt Akko, über die ich schon ausführlich berichtet
habe. Durch den trubeligen Markt kämpften wir uns durch zur Großen Moschee;
liefen durch die unterirdische Kreuzfahrerstadt; kletterten auf der Zitadelle und
sahen von der Terrasse unseres Restaurants aus die Sonne untergehen und dabei
die gesamte Bucht, einschließlich Nachsholim und Haifa, rosa verfärben. Ein
paar Mutige schwammen noch im Wasser, aber als die Lichter von Haifa immer
heller leuchteten, zogen auch sie sich zurück.
Am nächsten Tag hatte ich meine einzige Schicht während der
gesamten zwei Wochen. Meine kleine Schwester durfte allerdings mitkommen und
konnte so die Friends kennenlernen und ich glaube, dass auch sie sie direkt in
ihr Herz geschlossen hat. Nach einem Strand- und Synagogenbesuch in Tel Aviv
(ja, das lässt sich durchaus verbinden!), hieß es am nächsten Morgen Abschied
nehmen. Zwei Wochen voller Abwechslung und neuer Einblicke!
| Abendliches Haifa |
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