Make Hummus Not Walls

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Mittwoch, 8. Januar 2014

Mal wieder Balagan oder: Unerwartete Gefahren in Israel

Shalom chaverim,

an sich ist es gar nicht meine Art, mich zu beklagen und theoretisch habe ich dazu auch wenig Anlass. Das vorherrschende Gefühl der letzten Tage war allerdings wieder Balagan: wie ihr an der doch recht langen Pause zwischen meinem vorletzten und meinem letzten Post vielleicht erkennen konntet, haben wir seit Tagen kaum Internet. Und das in Israel, einem der technologisch am weitesten fortgeschrittenen Ländern. Dementsprechend kann ich nicht nur meinen eigenen Laptop, dessen Reparatur noch keine Fortschritte gemacht hat, nicht benutzen, sondern mich auch auf die anderen Computer nicht wirklich verlassen. Dass wir hier in letzter Zeit so oft kein Internet haben, liegt nicht an rückschrittlicher Technik, sondern ist mal wieder eine Frage der Mentalität: der liebe Hausmeister, der wirklich kein Wort Englisch kann, mit dem wir uns aber trotzdem jeden Morgen locker zehn Minuten über unser Wohlbefinden unterhalten (im Hebräischen gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, jemanden nach seinem Wohlbefinden zu befragen), macht sich mit solchen Dingen auch keinen übermäßigen Stress. Angeblich bekommen wir bald WLAN, aber das glaube ich erst, sobald ich es sehe...

Wer an Israel denkt, vergisst leicht, dass es - von den Gefahren durch Terror abgesehen - auch alltägliche Gefahren gibt, die man - so auch ich - gerne vergisst. Nummer eins ist ganz klar der Verkehr: Zebrastreifen werden konsequent ignoriert und auch den Respekt vor Ampeln haben einige verlernt. In Israel, das merkt man hier, muss eben alles immer ganz schnell gehen und wenn es eine Möglichkeit gibt, zwei Minuten schneller von A nach B zu kommen, dann ergreift man sie eben auch.

Ob schon so viel Israelin in mir steckt, weiß ich nicht, auf jeden Fall hatte ich gestern auch meinen ersten kleinen Unfall - und das, als ich vom Strand kam und mit nichts Bösem gerechnet habe. Beteiligt waren allerding nur ich, mein Fahrrad und ein Bordstein. Mit meiner linken Hand ist jetzt irgendwas nicht in Ordnung, sodass ich eine Bandage trage und es später noch von einem Arzt abchecken lassen werde. Das Bloggen wird somit nicht nur durch einen desolaten Computer und unzuverlässiges Internet, sondern auch noch durch eine bandagierten Hand erschwert.

In diesem Zusammenhang gab es auch noch ein lustiges Missverständnis: als ich heute Morgen meine Managerin anrief, um sie zu fragen, an welchen Arzt ich mich wenden könnte, bestand sie darauf, dass ich umgehend mit Judith in die Notausnahme fahre. Die gute Frau war nicht etwa unnötig besorgt, sondern hatte verstanden, ich sei auf meinen head statt auf meine hand gefallen und hätte wohlmöglich eine schlimme Gehirnerschütterung.

Die israelische Guides haben sich nacheinander meine Hand angeschaut und die verschiedensten Prognosen abgegeben. Ob sie generell ein besonderes Interesse an Unfällen haben, weiß ich nicht. Von Merkels Skiunfall habe ich zumindest in den israelischen Nachrichten erfahren...

Um Euch trotzdem ein bisschen Sommer-Feeling aus Israel zukommen zu lassen, hier ein Foto von uns acht EKIR-Freiwilligen bei unserem Seminar in Nachsholim im November. (Wer sich über den Stofftier-Knoblauch wundert: der ist sowas wie unser Maskottchen und theoretisch bei allen Gruppenfotos dabei.)




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