| Blick auf den HaYarkon und die Skyline von Tel Aviv |
Shalom chaverim,
an sich wäre es mal wieder an der Zeit, etwas über Tel Aviv
zu bloggen, die Stadt, die im Frühling so richtig aufblüht und alle Menschen
auf die Straße lockt.
Momentan steht wieder Besuch an, dieses Mal von vier
EKIR-Freiwilligen aus Russland, die ihre freien Tage nicht dazu nutzen, vor Ort
zu reisen, sondern um uns besuchen zu kommen. Als Judith, Denise und ich die vier
durch Yafo geführt haben, habe ich zufällig ein Mädchen aus meinem Jahrgang
getroffen. Die Welt ist klein!
Erzählen möchte ich kurz auch von drei Museen in der Stadt, die ich letzten besucht habe und die – jedes auf seine Art – interessant waren.
Einmal war da das Museum über die Geschichte der Israeli
Defence Forces, die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte. Die Geschichte des
IDF, von der Staatsgründung über die großen Kriege bis zur Gegenwart, wurde
hier beleuchtet. Nach Flughafen-ähnlichen Kontrollen konnte man sich die
ausgestellten Uniformen und Dokumente anschauen. Das Museum, eine Art
Freilichtmuseum mit mehreren Containern, wurde aber vor allem durch eines
dominiert: Unmengen an Waffen, Panzern und Gewähren, die zu den Hochhäusern Tel
Avivs, die dahinter sichtbar wurden, einen komischen Kontrast bildeten…
| Exponate im Museum of IDF history |
| Das Yitzhak Rabin Center und Museum |
Das Yitzhak Rabin Center und Museum ist – ziemlich offensichtlich
– dem 1995 ermordeten Premierminister
Rabin gewidmet. Der Ort, an dem das
Attentat begannen wurde, ist übrigens einer der Hauptplätze in Tel Aviv.
Ursprünglich hieß er Platz der Könige – heute Rabin Platz.
Zu dem Komplex, der nördlich des HaYarkon Parks, also
eigentlich schon in Ramat Aviv liegt, gehören Konferenzräume mit tollem Blick
auf den Park und die dahinterliegende Skyline und ein Museum. In dem Museum
geht es um die komplizierte Geschichte Israels mit Schwerpunkt auf dem
Leben Rabins. Dieser war zweimal Ministerpräsident und hatte die
Friedensgespräche mit den Palästinensern und den anderen arabischen Nachbarn entscheidend
vorangebracht. (Sehr bekannt ist ein Bild, auf dem man ihn Hände schüttelnd mit
Jassir Arafat sieht, Clinton im Hintergrund.)
In dem letzten Raum des Museums geht es um das auf ihn
verübte Attentat, auf Bildschirmen werden trauernde Menschen gezeigt und es
stehen Kerzen herum. Mit mir im Museum war eine Gruppe von Soldaten und andere
Israelis, die dort anhielten, sich hinsetzten und einen Moment schwiegen…
| Die Unabhängigkeitshalle |
Das dritte Museum, die
Unabhängigkeitshalle auf der wohl schönsten Straße Tel Avivs, dem Rothschild
Boulevard, hatte ich mir schon länger vorgenommen. Das von außen ziemlich
unscheinbare Gebäude war ursprünglich das Haus des ersten Bürgermeisters von
Tel Aviv, Meir Dizengoff.
1948 wurde hier der Staat Israel
durch David Ben-Gurion ausgerufen – die Einladungen zu dem Ereignis wurde aus
Vorsicht erst wenige Stunden vorher verschickt. Während einer kurzen Führung wurde
uns auch erklärt, dass über den Namen, den der Staat bekommen sollte, erst
ziemlich kurzfristig entschieden wurde – bei den Vereinten Nationen war immer
nur die Rede von einem jüdischen Staat. Israel hätte also um ein Haar Kanaan
oder Judäa geheißen!
| Mit Besuch in Tel Aviv: vor der Skyline und im Stadtteil Florentin |

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