Make Hummus Not Walls

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Donnerstag, 10. April 2014

Von Besuchern und Museen oder: Warum Israel beinahe Kanaan geheißen hätte

Blick auf den HaYarkon und die Skyline von Tel Aviv
Shalom chaverim,

an sich wäre es mal wieder an der Zeit, etwas über Tel Aviv zu bloggen, die Stadt, die im Frühling so richtig aufblüht und alle Menschen auf die Straße lockt.
Momentan steht wieder Besuch an, dieses Mal von vier EKIR-Freiwilligen aus Russland, die ihre freien Tage nicht dazu nutzen, vor Ort zu reisen, sondern um uns besuchen zu kommen. Als Judith, Denise und ich die vier durch Yafo geführt haben, habe ich zufällig ein Mädchen aus meinem Jahrgang getroffen. Die Welt ist klein!
Erzählen möchte ich kurz auch von drei Museen in der Stadt, die ich letzten besucht habe und die – jedes auf seine Art – interessant waren.


Einmal war da das Museum über die Geschichte der Israeli Defence Forces, die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte. Die Geschichte des IDF, von der Staatsgründung über die großen Kriege bis zur Gegenwart, wurde hier beleuchtet. Nach Flughafen-ähnlichen Kontrollen konnte man sich die ausgestellten Uniformen und Dokumente anschauen. Das Museum, eine Art Freilichtmuseum mit mehreren Containern, wurde aber vor allem durch eines dominiert: Unmengen an Waffen, Panzern und Gewähren, die zu den Hochhäusern Tel Avivs, die dahinter sichtbar wurden, einen komischen Kontrast bildeten…

Exponate im Museum of IDF history


Das Yitzhak Rabin Center und Museum
Das Yitzhak Rabin Center und Museum ist – ziemlich offensichtlich – dem 1995 ermordeten Premierminister
Rabin gewidmet. Der Ort, an dem das Attentat begannen wurde, ist übrigens einer der Hauptplätze in Tel Aviv. Ursprünglich hieß er Platz der Könige – heute Rabin Platz.
Zu dem Komplex, der nördlich des HaYarkon Parks, also eigentlich schon in Ramat Aviv liegt, gehören Konferenzräume mit tollem Blick auf den Park und die dahinterliegende Skyline und ein Museum. In dem Museum geht es um die komplizierte Geschichte Israels mit Schwerpunkt auf dem Leben Rabins. Dieser war zweimal Ministerpräsident und hatte die Friedensgespräche mit den Palästinensern und den anderen arabischen Nachbarn entscheidend vorangebracht. (Sehr bekannt ist ein Bild, auf dem man ihn Hände schüttelnd mit Jassir Arafat sieht, Clinton im Hintergrund.)
In dem letzten Raum des Museums geht es um das auf ihn verübte Attentat, auf Bildschirmen werden trauernde Menschen gezeigt und es stehen Kerzen herum. Mit mir im Museum war eine Gruppe von Soldaten und andere Israelis, die dort anhielten, sich hinsetzten und einen Moment schwiegen…

Die Unabhängigkeitshalle
Das dritte Museum, die Unabhängigkeitshalle auf der wohl schönsten Straße Tel Avivs, dem Rothschild Boulevard, hatte ich mir schon länger vorgenommen. Das von außen ziemlich unscheinbare Gebäude war ursprünglich das Haus des ersten Bürgermeisters von Tel Aviv, Meir Dizengoff.
1948 wurde hier der Staat Israel durch David Ben-Gurion ausgerufen – die Einladungen zu dem Ereignis wurde aus Vorsicht erst wenige Stunden vorher verschickt. Während einer kurzen Führung wurde uns auch erklärt, dass über den Namen, den der Staat bekommen sollte, erst ziemlich kurzfristig entschieden wurde – bei den Vereinten Nationen war immer nur die Rede von einem jüdischen Staat. Israel hätte also um ein Haar Kanaan oder Judäa geheißen!



Mit Besuch in Tel Aviv: vor der Skyline
und im Stadtteil Florentin

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