Make Hummus Not Walls

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Samstag, 12. April 2014

Eine Art Hunde-Therapie (?) oder: Ein typischer Mittwoch

Toffi und Lia, die beiden Hunde,
die die Friends Mittwochs bespaßen

Shalom chaverim,

um nicht den Eindruck zu erwecken, wir würden gar nicht mehr arbeiten, erzähle ich heute nochmal ein bisschen von der Arbeit und schildere Euch einen typischen Mittwoch.
Mittwochs haben wir gleich zwei Aktivitäten: Chug Kalbanut, die Hunde-AG, und die Sport-Stunde.
Nach dem 5-Uhr-Snack kommt eine Frau mit zwei Hunden vorbei und geht mit ihnen nacheinander in die Häuser. Die beiden Hunde, Toffi, ein Pudel und Lia, deren Rasse ich nicht kenne, sind aus irgendeinem Grund in letzter Zeit immer mit Glitzersteinchen um die Augen und an den Ohren geschmückt. Mal davon abgesehen, dass ich sowas als Tierquälerei bezeichne, verfehlt es auch den gewünschten Effekt: die Friends begeistern sich nämlich gar nicht für diesen Schnick-Schnack. Toffi und Lia sind speziell dressierte Hunde, die ständig angelaufen kommen und sich ganz lieb streicheln lassen. Toffi springt auch gerne an einem hoch und schleckt einem durchs Gesicht, sodass ich sie lieber auf Abstand halten.

Die Friends bekommen Bürsten, mit denen sie die Hunde striegeln sollen. Dafür müssten sie sich allerdings auf den Boden setzen und hier beginnt der Kampf: während einige der Friends sich begeistert auf die Hunde stürzen, bleibt einer lieber faul auf dem Sofa sitzen und beobachtet das Geschehen aus der Ferne. Die Hunde scheinen wirklich gut dressiert zu sein, denn was die Friends teilweise veranstalten, würde ich nicht als angenehm für die Hunde bezeichnen: sie bürsten sie gegen den Widerrist, packen sie an den Ohren (einer der Friends hat ein besonderes Faible für Hunde-Ohren), schütteln ihren Kopf und ziehen ihnen am Schwanz.

Die Hunde können anscheinend nicht wirklich unterscheiden, wer denn nun Autist und wer Betreuer ist, denn sie kommen bevorzugt zu uns Guides – wir sind schließlich auch die einzigen, die sie ordentlich streicheln…
Nach dem Bürsten spielen wir entweder ein Spiel mit den Hunden oder gehen mit ihnen auf dem Beit Perry-Gelände spazieren. Hierzu bekommt einer der Friends Toffi oder Lia an die Leine und soll mit ihnen bis zur Palme und wieder zurück laufen. Manchmal gestaltet sich das Ganze in Form eines Wettrennens und zwei Friends werden mit jeweils einem Hund bis zur Palme geschickt. Die wenigsten verstehen allerdings das Konzept eines Wettkampfs, sondern laufen auf Umwegen und mit aller Ruhe durch den Innenhof…

Nach der Hunde-AG geht es zum Sport, über den ich schon einmal ausführlich berichtet habe. Der restliche Tage verläuft wie die meisten anderen auch: Duschen, Abendessen, Entspannung, Tabletten und Schlafengehen. Im Moment arbeiten wir an einem neuen Konzept für einen der Friends, da seine Klamotten-Obsession immer extremer wird: ständig läuft er zu seinem Kleiderschrank, räumt diesen um (bzw. veranstaltet ein Chaos) und kommt meistens gegen zwei Uhr nachts runter und wirft einen Blick in die Waschmaschine. In letzter Zeit hat er es sich allerdings zur Aufgabe gemacht, auch die Kleiderschränke der anderen Friends nachts durcheinanderzubringen und sie dadurch aufzuwecken. Eine Zeitlang haben wir ein Deo-Flasche auf seine Türklinge gestellt, sodass die Nacht-Schicht mitbekam, sobald er aus dem Zimmer ging. Das klappt bei einem der anderen Friends, der nachts gerne seinen Zimmernachbar besucht, sehr gut. Bei dem Friend mit der Kleiderschrank-Obsession lief es allerdings nicht so erfolgreich: da wir seine Tür schließen mussten, um die Deo-Flasche auf die Klinke zu stellen, war es nachts bei ihm im Zimmer sehr dunkel. Er traute sich daher nicht mehr, auf die Toilette zu gehen – und hat jede Nacht ins Bett gepinkelt.

Mittlerweile lassen wir seine Tür also wieder geöffnet – und haben ein Schloss an seinem Kleiderschrank befestigt. Mit den Friends wird es wirklich nie langweilig!

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