Make Hummus Not Walls

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Samstag, 15. März 2014

Von geschlossenen Parkhäusern, der Festung Masada - und einem Kamel

Am Strand von Ein Gedi

Shalom chaverim,

gerade sitze ich draußen bei strahlenden Sonnenschein mit meinem Laptop auf den Beinen, allerdings nicht zu weit vom Fenster entfernt, denn sonst reicht das Kabel fürs Internet nicht. In Beit Perry gibt es zwar auch Wifi, aber es weiß wohl niemand das Passwort. Aber so geht es auch.

Nach unserer Übernachtung in der Camplodge machten Julia und ich uns schon früh auf den Weg und fuhren ins nur wenige Minuten entfernte Masada. Masada ist ein Nationalpark und wurde 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt – wie so vieles hier in Israel.
Masada liegt in der judäischen Wüste, inmitten der Sodomsberg, das Tote Meer in Sichtweite.

Die Festung Masada mit Blick auf die Sodomsberge

Als die Römer nach und nach Judäa eroberten, war Masada 73 n. Chr. die noch letzte stehende Festung. Nach mehrere Monate andauernder Belagerung beschlossen die 960 Bewohner Masadas, sich lieber umzubringen, als unter römischer Herrschaft als Sklaven gehalten zu werden. Vorher allerdings zerstörten sie die Festung und ihre Schätze, nur Lebensmittel ließ man noch, man wollte den Römern zeigen, dass sie freiwillig den Tod gewählt hatten und nicht verhungert waren.
Die Juden schauen stolz auf Masada, für sie ist es das Symbol der Freiheit schlechthin.

Die Festung liegt auf einem Plateau, das man entweder hinaufwandern kann oder alternativ mit einer Gondel erreicht, was sich vor allem bei der in der Wüste nun einmal herrschenden Hitze empfiehlt.
In der Festung findet man zwei Paläste, den Nordpalast und den Westpalast, die sich beide Herodes hat errichten lassen. In dem römischen Badehaus sieht man Kalt-, Warm- und Heißbereiche, die zeigen, was für ausgeklügelte Systeme schon damals verwendet wurden. 
Nachdem die Römer Masada verlassen hatten, diente es eine Zeit lang als byzantinisches Kloster, weshalb in der Mitte des Plateaus auch eine entsprechende Kirche steht.




Die Gondel zum Plateau, Bodenmosaike in einem Haus für
Soldaten, Blick auf Gesteinsformationen

Masada gehört zu den Zielen, die jeder Israel-Reisende besucht. Das Plateau ist voller Reisegruppen, die nach der Besichtigung gerne bei McDonalds einkehren, das es tatsächlich auch in Masada gibt. Fährt man mit der Gondel hinunter, landet man in der Restaurantzeile, passiert vorher die Läden mit Kosmetikprodukten vom Toten Meer. Bis man aus diesem Gewirr einmal den Ausgang gefunden hat, hat man im Zweifel schon Hunger bekommen und läuft damit geradewegs in die Touristenfalle.
Von Masada aus fuhren wir mit dem Auto weiter am Toten Meer entlang, hielten in manchen Kurorten und staunten immer wieder darüber, wie viele Palmen und Blumenbeete dort errichtet worden waren – in einer ansonsten extrem trockenen Landschaft. Entlang der Küste wechseln sich Spas, Salzfabriken und Hoteldörfer ab, sodass manchmal der Blick in die andere Richtung, auf die scheinbar unberührten Sodomsberge, angenehmer ist.
Am Strand von Ein Gedi – einer der wenigen Strände, für den man keinen Eintritt bezahlt – legten wir eine Pause ein. Das Bad im Toten Meer war einerseits angenehm erfrischend, aber auch unangenehm: die Steine im Wasser sind alle von Salz überzogen, was zwar toll, kristallartig aussieht, aber an den Füßen ganz schön wehtut. Auffallend war, dass einige Menschen mit Schlamm eingeschmiert herumliefen. Zuerst dachten wir, sie hätten ihn in einem der Touristenbuden gekauft, bis auch wir die Kuhle mit einer schwarzen Pfütze entdeckten, in dem er natürlich vorkam.
Julia meinte am nächsten Tag, ihre Haut fühle sich tatsächlich weicher an, ich führe das allerdings eher auf die Steinchen zurück, die sich im Schlamm befinden und einen Peelingeffekt haben.

Julia im Toten Meer

Erst ziemlich spät kamen wir am Abend – es war mittlerweile Shabbat – in Jerusalem an. Auch nach über sechs Monaten in Israel werde ich immer wieder überrascht: einerseits waren da natürlich die Ultraorthodoxen, die gerade an der Klagemauer den Shabbat eingeleitet hatten und sich nun auf den Rückweg nach Mea Shearim machten:  sie schauten ziemlich böse durch die Fensterscheiben in unser Auto – am Shabbat darf man laut Thora schließlich kein Auto fahren. Schön und gut, ziemlich schockiert war ich allerdings, als wir von Parkhaus zu Parkhaus fuhren und feststellen mussten, dass in Jerusalem am Shabbat auch die Parkhäuser nicht benutzt werden können! 

Auf unserem Weg nach Jerusalem, der einen am Toten Meer entlang übrigens auch kurz durch palästinensisches Gebiet bringt, haben wir angehalten, um Obst zu kaufen. Da wir erkennbar Touristen waren, war das Obst entsprechen teuer, wir konnten allerdings Bekanntschaft mit ihm hier machen: 


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