| Das Salesianerkloster in Nazareth |
Shalom chaverim,
schon während des Seminars war meine Freundin Lara aus
Deutschland dazu gestoßen und hat sich Haifa angeschaut, während es für uns
weiter im Programm ging. Mit ihr zusammen bin ich nach Ende des Seminars nach
Nazareth gefahren, um – natürlich – Nazareth zu besichtigen, aber auch Rebekka
zu besuchen, die dort im Fauzi Azar, einem sehr schönen Hostel in einer 200 Jahre alten arabischen Villa, gearbeitet hat.
| Innenhof des Fauzi Azar |
Wie der aufmerksame Blogleser weiß J, war ich vor ein paar Monaten
schon einmal in Nazareth, aber bei diesem längeren Besuch habe ich noch viel
mehr zu sehen bekommen: ein modernes Kulturzentrum, die weiße Moschee, die
griechisch-katholische Synagogenkirche, in der Jesus als Kind schreiben und
lesen gelernt hat und die Mensa-Christi-Kirche, an deren Standort Jesus nach
der Auferstehung mit seinen Jüngern gespeist haben soll. Um diese Kirche
besichtigen zu können, muss man bei den Nachbarn klingeln und bekommt gegen
etwas Geld den Schlüssel ausgeliehen. Nazareth ist auch ansonsten weniger
touristisch, als man es erwarten würde: es gibt zwar jede Menge geführte
Reise-Gruppen, die von einer Kirche zur nächsten hetzen und zwischendurch auf
dem Souq ein Holzkreuz kaufen, aber ansonsten gibt es wenig touristische
Infrastruktur. Kein Wunder, schließlich halten Reise-Gruppen in der arabischen
Stadt nur kurz an, übernachten allerdings immer deutlich weniger attraktiven –
dafür aber nicht arabischen – Tiberias.
Ein Teil der oben genannten Sehenswürdigkeiten gehört zum
Jesus Trail, einer circa fünftägigen Wanderroute, die einen von Nazareth über
Zippori, den Berg Tabor und Tabgha nach Kapernaum führt. Man wandert so entlang
der Orte, an denen auch Jesus sich aufgehalten hat. Das Motto lautet
dementsprechend „Jesus ist nicht im Bus gereist, sondern zu Fuß marschiert.“
Wir sind ehrlich gesagt nur den ersten Teil der ersten
Etappe gelaufen, der Trail steht aber ganz oben auf der Liste der Dinge, die
ich noch machen möchte.
Ziemlich steil ging es also durch die Gassen der Altstadt
vorbei an christlichen und muslimischen Häusern, das Zusammenleben scheint hier
gut zu klappen. Oberhalb von Nazareth befinden sich das Salesianerkloster, an
dessen Standort einst der Tempel stand, in den Jesus als Kind regelmäßig kam.
Zu dem Kloster gehört heute eine große Schule, in der Waisen unterrichtet
werden und deren Konzept es ist die Kinder durch Bildung aus ihrer
unglücklichen Lage zu befreien.
| Nazareths Kulturzentrum |
Von dort oben hat man einen tollen Blick auf die Stadt.
Nazareth ist allerdings nicht nur bekannt für all die Sehenswürdigkeiten,
sondern auch für seine Süßigkeitenläden. Da wir beschlossen hatten, ab dem
nächsten Tag zu fasten – es war der Dienstag vor Aschermittwoch – aßen wir also
Unmengen an Kuchen und hatten tatsächlich die nächsten drei Tage nicht mehr das
Bedürfnis, irgendetwas Süßes anzufassen.
Anstatt noch mehr von Nazareth zu erzählen, möchte ich
lieber ganz viele Bilder zeigen:
| In Nazareths Altstadt |
| Plakat in der Klosterschule |
| Das Fleisch hängt so auf der Straße, die Mensa-Christi- Kirche, Lara und ich auf dem Jesus Trail |
| Deckenmalerei im Fauzi Azar |
| Markierungen für den Jesus Trail, Blick auf Nazareths Altstadt, Rebekka und ich vor der Verkündigungskirche |
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