Make Hummus Not Walls

Make Hummus Not Walls

Freitag, 27. September 2013

Shalom, chaverim!

Shalom, chaverim!

So viel Hebräisch können wohl die meisten von Euch noch selber. Das Lied kennen Kirchengänger aus Gesangsbüchern, aber nicht nur hier trifft man auf Israel. Es gibt viele Berührungspunkte mit dem Land: ob in den Nachrichten, beim Essen oder natürlich in Geschichtsbüchern; man stößt ständig auf Israel.

Nach vielem hin und her habe ich mich dazu entschlossen, ein ganzes Jahr im Gelobten Land zu verbringen und einen Freiwilligen Friedensdienst, entsendet durch die Evangelische Kirche im Rheinland, zu leisten. Meine Mitfreiwillige Judith und ich arbeiten und wohnen für ein Jahr in dem Projekt Beit Perry, einem Wohnheit für Autisten in Ra’anana, einer äußerste religiösen Stadt im Norden Tel Avivs. Dass die Autisten hier nicht etwa als Patienten, sondern vielmehr als Friends (Chaverim) bezeichnet werden, sagt schon einmal viel über die familiäre und freundliche Atmosphäre der Einrichtung aus.

Es gibt insgesamt 17 Friends (drei weiblich, 14 männlich – Autismus tritt deutlich häufiger bei Männern auf). Die Friends verteilen sich auf drei Häuser: Red (High-Functioning), Blue (Middle-Functioning) und Green (Low-Functioning). Die Häuser bestehen jeweils aus einem großen Wohnzimmer, einer Küche, einem Bastel- und einem Waschraum; im oberen Stockwerk hat jeder der Friends sein eigenes Zimmer mit Bad. Die Volontäre (momentan vier deutsche und eine israelische) arbeiten im Blue und im Green House, einer der Volontäre allerdings in Hadassim, der Tagesstätte, wo die Friends töpfern, basteln etc. Sie fahren dort täglich von Sonntag bis Donnerstag von circa 8:00-16:00 hin.
Unsere Schicht beginnt dementsprechend sobald die Friends zurückkommen und endet damit, dass wir sie gegen 21:00 ins Bett bringt. Am Wochenende (also Freitag und Samstag) kann es allerdings auch sein, dass wir die Frühschicht (8:00-15:00) bekommen. Zusäzlich fällt für jeden Volontär auch zweimal die Woche die Wake-up-Shift an (6:00-8:00). Hier helfen wir dabei, die Friends zu wecken, zu duschen und ihnen Kaffee und Sandwiches zu machen.

Für den Nachmittag ist immer Programm vorgesehen: Schwimmbad, Fahrradfahren, Basteln, Sport in der Gym, Yoga, Trommeln, Besuch von einer Frau mit zwei Hunden. Wenn es mal kein Programm gibt, können wir mit den Friends eigenständig basteln, puzzeln etc.
Worüber wir uns sehr gefreut haben, ist, dass es in Beit Perry drei Klaviere gibt, die wir jederzeit benutzen können. Auch die Gym, die mit einigen Laufbändern ausgestattet ist, benutzen wir oft für uns selbst.

Ein Nachteil an Ra’anana ist, dass am Shabbat keine Shiruts (Sammeltaxis) fahren. An sich kann man Tel Aviv aber gut innerhalb einer Stunde mit dem Bus erreichen. Zum Strand dauert es circa 40 Minuten – deutlich schneller geht’s mit dem Fahrrad. In Ra’anana gibt es eine große Mall in der man alles bekommen kann, sowie viele Parks. Die Stadt ist sehr wohlhabend und dadurch sauber und gepflegt. Auch Beit Perry ist gut ausgestattet und bietet den Friends viele Möglichkeiten. Die Guides (Betreuer) sind überwiegend sehr jung und offen. Dadurch, dass man in den Schichten immer mitessen und sich auch ansonsten stets an dem großen Kühlschrank bedienen kann, müssen wir uns keine Sorgen um Lebensmittel machen – die in Israel ziemlich teuer sind. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen